Montag,
wir erklimmen einen begehbaren 1000er....
Wir wollten ja wandern..... und wir fanden Schnee auch wunderschön....
aber irgendwie scheint Schnee und Wandern nicht richtig miteinander zu harmonieren. Gut, wohlgemut (und ohne Mittagessen) folgten wir unserem Frontmann
den Berg hinauf. Bereits am Ende der Strasse war vom Weg nix mehr zu erkennen, alles unter centimeterdickem Schnee. Nun konnten wir uns vor dem Jüngling ja keine Blösse geben
und stapften tapfer und in Ermangelung der Atemluft etwas wortkarg hinterher. Sich einschleichendem, mitleidvolles Gejammer ging er geschickt aus dem Weg, denn
er lief einfach 100 Meter vor. Bereits an diesem Anstieg, der bei grüner Wiese auch von uns älterem Semester noch durchaus erklimmbar gewesen wäre,
wurden mehrere Entschlüsse gefasst:
1. Wir nehmen nur noch Teilnehmer über 60 Jahre mit, am besten mit einer Beinprothese 2. ab sofort machen wir jeden Morgen 25 Liegstütz und 50 Situps 3. zum Frühstück statt Fleischkäsweck
jetzt Müsli 4. wir jammern jetzt lauter, damit er es auch hört
Nach einer Stunde sind wir dann am Hotel von Jens Weispflog vorbeigekommen. Den Anblick konnten wir gar nicht recht genießen, wir waren schon ziemlich erschöpft. Leise Anfragen, wann wir denn
die Rückroute nehmen würden, wurden beschwingt beantwortet: "och, e bissje isses noch". Da wir annehmen mußten, dass der zurückgelegete Weg wahrscheinlich genauso beschwerlich war, wie der zu erwartende,
folgten wir tapfer weiter. Vor längerem las ich den Roman: "Soweit die Füsse tragen", in dem ein Kriegsgefangener das russische Reich durchquert (gut, er hatte etwas mehr Zeit veranschlagt)- ich wär steckengeblieben...
An einer Wegbiegung, nach vielen Schritten und verzweifelten Liedern (die natürlich wieder ignoriert wurden) folgende Diskussion:
"Do geht´s enuff, willschde uns werklich do hinschleppe ?, der Wä gradaus iss doch ach scheen" "Auff de Kart steht, mir misse do nuff, dass iss de Wäh"
Andere hatten schon schlimmeres überlebt, also folgten wir der Stimme des Herrn...
Kreuzbergfelsen mit der schönen Aussicht erklommen, (20 Meter Sichtweite, lauter schneebedeckte Wipfel) drehte der Burschi tatsächlich wieder um und marschierte den Weg zurück bis zur eben erwähnten Kreuzung.
Selbstvertändlich unter ohrenbetäubenden und langanhaltendem Gezeter (bergab braucht man nicht so viel Luft). Das sicherlich bis über beide Ohren vorhandene Grinsen war nicht zu erkennen, denn er lief mal wieder an der Spitze
mit gehörigem Abstand zu uns Jammerlappen.
Die Gemeinheit war, das Mister Navigator mit seinem Fliegengewicht und seinen langen Beinen mehr oder weniger über dem Schnee schwebte,
während wir kurzbeinigen und leicht übergewichtigen Jungsenioren bis zu den Knien in der Pampe versanken...
Für knapp 8 Kilometer waren wir fast 4 Stunden unterwegs. Das sollte ich mich mal wagen, so eine Tour zu veranstalten.... :-)
Erstaunlicherweise haben wir das alles überlebt und nach einer deftigen Mahlzeit beendeten wir den Tag mit einer gemütlichen Kniffelrunde.
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