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Nachdem der Entschluss gefaßt war, daß wir uns zum Aufbau neuer Linien einen Hund aus
dem Ausland holen würden, stand dem Rest der Familie Wagner wiedereinmal eine nervende Zeit in´s Haus.
Denn habe ich einmal ein Projekt im Kopf, dann isses drinne.
Wegen mangelnder Sprachkenntnisse wurde die Freundin Claudia engagiert, die selbst einen Weissen hat
und das nötige Verständnis für die anstehenden Übersetzungsaufgaben mitbrachte.
Ein allgemeine verfaßtes Universalschreiben machte dann Ende des Jahres 2001 die Runde in USA und Canada.
Einige Züchter meldeten sich gar nicht, andere schrieben zurück, daß sie nicht in Ausland versenden
würden.
Von einigen Wurfplanungen nahm ich dann wiederum Abstand, da mir allzuenge Verpaarungen ungeeignet erschienen.
Um die ganze Sache zu erschweren, wollte ich auch keinen Hund mit Hoofprint und Regalwise Vorfahren, da diese
bereits in Deutschland in der Zucht sind.
Was den Schwierigkeitsgrad zusätzlich erhöhte war, daß die Verpaarung des zukünftigen Samenspenders auch noch
weiss x weiss sein und wenig Inzuchtanteil haben sollte.
Doch auch ich darf einmal Glück haben, aus Ontario kam dann die Antwort: "Ich habe eine Hündin belegt, outcross gezogen
und weisser Verpaarung. Ich sende die Papiere der Eltern"
Eine Woche später war der Brief da, ein Blick auf die AT (so ganz outcross war er dann doch nicht) und ich schrieb zurück: "ja, ich will"
Mittlerweile war der Wurf geboren und ich mußte Miss Signori die Auswahl des geeignetsten Rüden überlassen.
Instruiert wurde sie so: "ich will den mit dem besten Pigment, 2 Hoden, und bei gleicher Qualität den Kleinsten davon."
Die erste Anzahlung für den Racker wurde geleistet und dann hieß es warten.
Zwischenzeitlich ist mir dann brühwarm eingefallen, daß ich noch nicht einmal ein Foto von Vater und Mutter
gesehen habe
Ein kleines Mail und ich bekam welche zugesandt. Immerwieder hielten wir Kontakt bis es endlich soweit war, das der Kleine
kommen sollte.
Völlig unerfahren mit solch einem Unterfangen, telefonierte ich in diesen Wochen mit Flughafen Frankfurt und
diversen Ämtern wegen dem notwendigen Bürokratiekram herum.
Der Tag rückte näher, die Züchterin sandte mit die Impfpapiere 3 Tage vorher per Mail zu und ich
stand vor dem Problem, daß mein Programm es nicht öffnen konnte !
Nachdem ich eine Nacht darüber geschlafen hatte, kam ich auf die Idee, das Ding auszudrucken.
Und es traf mich beinahe der Schlag !
Hatte sie doch (trotz vorheriger Information) das Papier des Veterinärs in Französisch ausfüllen
lassen. Ein Umschreiben ins englische war nicht möglich, da der ausstellende Haustierarzt mittlerweile in Urlaub gegangen ist.
Die Frankfurter Doktores blieben hart, es mußte umgeschrieben werden ! Durch die Zeitverschiebung drängt nun die Zeit,
denn ein Telefonat mit dem Air-Canada-Team (übrigens überaus flott aussehende männliche Mitarbeiter in Uniform !!!)
teilten mir mit, daß sie das Tier zurückgehen lassen müßten, wenn die Papiere nicht in Ordnung seien.
So riefen sie bei der Signori an und der Flug wurde storniert.
Der Fluch saß drin, den der Doggy war dann über 12 Wochen alt und brauchte die Tollwutimpfung.
Wieder 30 Tage warten !!!
Ärgerlicherweise ist er in dieser Zeit natürlich mächtig gewachsen, legte ein paar Kilo zu und brauchte eine neue Transportkiste.
Was die Transportkosten so ziemlich verdoppelte. :-((
Doch auch diese Zeit ging vorüber und dann kam er an.
Begleitet von meiner Freundin Claudia, die kurzerhand zur Patentante ( am 20. hat er Geburtstag, denk an die Nudeln !!) ernannt wurde, fuhren wir gegen Frankfurt.
Total aufgedreht wollten wir den Ankömmling natürlich gleich sehen und sausten erwartungsvoll zum Veterinäramt.
Dort wurden wir durch völlige Nichtbeachtung an der offenen Theke erstmal gebremst. Nachdem dieser Zustand etwa
3-4 Minuten anhielt, fragte ich Claudia mit lauter, leicht ärgerlicher Stimme: "Du saa mool, kannscht Du mich siehn ?" Sie, ebenfalls etwas pikiert, antwortete: " Ei joo,
isch sien disch"
Dieses Gespräch ließ dann die werten Damen hinter dem Schreibtisch den Kopf heben und fragen "Wollen sie was ?"
Was sollte ich wohl wollen, auf dem Flughafen beim Veterinär ?
Ansonsten bin ich eher aufgeschlossen, aber mit diesen eingebildeten Puten konnte ich dann nicht mehr.
Ich schilderte mein Anliegen. "Nee, gugge kenne na net, zeerscht misse na die Babbiere ausfille losse.!"
So rannten wir im Flughafengelände zum Zollamt, zur Air-Canada (die mit den gutaussehenden Angestellten), warteten dann noch
in der Mensa irgendetwas ab und anschließend wieder zum Veterinär.
Dann kam der große Augenblick:
Nach Zahlung einiger Münzen ging der Pfleger der Tierstation mit uns zu dem Zwinger, in dem er schon wartete.
Etwas unsicher dessen, was nun passieren sollte rief ich erstmal seinen Namen.
Und als würde er mich schon ewig kennen, kam da ein langbeiniges weißes, großohriges,
flatschniggeliges Hundekind angehüpft und schlabberte mir durch´s Gesicht.
Dann lief er zu Claudia, welche ebenfalls abgewaschen wurde, ich schleifte die Riesentransportkiste hinter mir her und nach einem kleinen Fotoshooting
vor der Tür für die Züchterin ging´s wieder ab nach Hause.
Mit einer Selbstverständlichkeit verbrachte er die Fahrt auf Claudia Schoß, seelig und zufrieden schlafend.
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